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Burnout oder Depression? Was ist eigentlich der Unterschied?

Eine Frage, die mir in meiner Praxis oft begegnet und die wichtig ist. Denn hier herrscht sehr viel Unklarheit und damit verbundene Unsicherheit.

Ist ein Burnout eine Depression?

Nein, zunächst nicht. Aber ein Burnout kann in eine Depression münden. Die Symptome überschneiden sich, der Weg dorthin ist jedoch sehr unterschiedlich. Und das macht auch die Herangehensweise unterschiedlich.

Depression

Eine Depression kann völlig unabhängig von der aktuellen Lebenssituation auftreten. Manchmal scheinbar aus dem Nichts. Man schläft schlecht oder zu viel, verliert die Freude an Dingen, die einem früher wichtig waren, zieht sich zurück, fühlt sich leer oder hoffnungslos. Das ist keine Schwäche, keine Einbildung, sondern es ist eine ernstzunehmende Erkrankung.

Wichtig: Eine Depression gehört von einem Arzt diagnostiziert, weil manchmal auch organische Ursachen dahinterstecken und weil u.U. eine stabilisierende medikamentöse Behandlung sinnvoll sein kann. Wer eine Depression vermutet, sollte nicht warten.

Burnout

Ein Burnout – oder auch Erschöpfungssyndrom- steht meistens am Ende eines für jeden nachvollziehbaren Prozesses.

Und wichtig: es passiert nicht nur im beruflichen Kontext.

Wenn man jemandem erzählt, was gerade alles los ist, sagt der Zuhörer meistens: „Wenn ich das so höre, kann ich vollkommen verstehen, dass es dir nicht gut geht.“ Genau das ist der Unterschied zur Depression: Der Burnout hat eine Geschichte, die andere verstehen können.

Burnout ist nicht „ein bisschen überarbeitet sein“, das sich nach einem freien Wochenende wieder gibt. Meine Klienten fühlen sich völlig erschöpft, am Ende ihrer Kräfte und gleichzeitig gefangen in Verpflichtungen. Sie wissen oft, was zu tun wäre, kommen aber nicht ins Handeln. Zu viele Baustellen, zu wenig Energie, das Gefühl in der Falle zu sitzen.

Dazu kommen häufig körperliche Symptome, für die es keine klare Diagnose gibt.

 

Was hilft bei Burnout?

Wer ausgebrannt ist, braucht keinen weiteren Ratschlag, sondern Unterstützung und den Blick von außen. Es geht darum zu verstehen, woher die Muster kommen, die in den Burnout geführt haben. Und darum, wieder Schritt für Schritt handlungsfähig zu werden.

Der erste mutige Schritt ist der schwerste: hinschauen und anfangen zu sprechen. Wer ihn tut, ist bereits auf dem Weg.

Es gibt einen Weg heraus und man muss ihn nicht alleine gehen.

Bild von Marion Lorenzen

Marion Lorenzen

Coach, Rednerin, Autorin

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